Nach dem denkwürdigen Asphalt-Krimi in Göttingen schrieben Andreas Vogel und Andreas Tügel am 13. Juni 2026 das nächste Kapitel ihres internen Duells. Beim Ars-Natura Mountainbike-Marathon in Neumorschen tauschten die beiden Radsportler der TSV Heiligenrode das Rennrad wieder gegen das Mountainbike – und lieferten sich ein packendes Rennen inmitten von Natur und Kunst.
Ein Rennen mit Galerie-Flair: Was steckt hinter „Ars-Natura“?
Der Name des Marathons kommt nicht von ungefähr und verleiht der Veranstaltung einen ganz besonderen Charakter. Das Projekt „Ars Natura“ (Kunst am Wanderweg) ist ein einzigartiges Konzept, das die Erholung in der Natur mit dem Erleben von zeitgenössischer Kunst verbindet. Entlang der Strecken – den Fernwanderwegen X8 und X3 – finden sich unter freiem Himmel faszinierende Kunstwerke und Skulpturen internationaler Künstler.
Für die 170 Starter hieß das: Sportliche Höchstleistung trifft auf Kultur. Allerdings blieb den Fahrern beim Blick auf den Lenker und die Trails wohl nur wenig Zeit, um die Kunstwerke am Wegesrand in Ruhe zu genießen – denn die Strecke forderte von Beginn an volle Konzentration.
Verspätung mit Folgen
Schon vor dem eigentlichen Startschuss stieg der Puls der beiden Funbiker unvorhergesehen an. Aufgrund einer recht späten Ankunft am Startbereich blieb keine Zeit mehr, sich weiter vorne einzureihen. Die Konsequenz: Beim Massenstart der 170 Fahrer stand das Duo ganz hinten im Feld.
Mit dem Startschuss begann somit eine rasant inszenierte Aufholjagd. Um sich auf der anspruchsvollen „Trophy 1“-Runde (35 Kilometer und stolze 850 Höhenmeter) nach vorne zu orientieren, mussten beide von der ersten Sekunde an ans Limit gehen.
Die perfekte Symbiose: Leichtbau gegen Abfahrts-Mut
Dabei zeigte sich schnell, dass beide Fahrer völlig unterschiedliche Trümpfe im Ärmel hatten, die sich im dichten Feld perfekt ergänzten:
- Andreas Vogel profitierte an den steilen Anstiegen im Wald enorm von seinem extrem leichten Bike und flog die Berge regelrecht hinauf.
- Andreas Tügel hielt dagegen, sobald sich das Gefälle umkehrte. Mit technischer Finesse und viel Mut im Downhill machte er in den Abfahrten Platz um Platz gut.
Wie schon im April bei der Tour d' Energie in Göttingen passierte das, was man im Radsport Teamgeist nennt: Die beiden Geländespezialisten fanden sich im Rennverlauf, harmonierten perfekt und absolvierten einen Großteil der harten, kräftezehrenden Strecke Rad an Rad.
Das Finale am Berg und die Ergebnisse
Erst im letzten Renndrittel, als die Beine nach den vielen Höhenmetern schwer wurden, fiel die Entscheidung. An einer der finalen Steigungen der Ars-Natura-Route konnte sich Andreas Vogel entscheidend absetzen und den Vorsprung ins Ziel retten.
Mit einer exzellenten Endzeit von 01:42:07 Stunden überquerte Vogel die Ziellinie unter dem Jubel der Zuschauer als Gesamt-16. (m/w), was ihm in der Altersklasse Senioren 2 den herausragenden 4. Platz einbrachte.
Andreas Tügel kämpfte sich ebenfalls bravourös durch die letzten Passagen und finishte nur kurz dahinter. Nach 01:45:42 Stunden sprang für ihn der starke 22. Gesamtplatz und ein toller 6. Platz in der Altersklasse Senioren 2 heraus.
Fazit: Die Funbiker mischen die Region auf
Ob auf dem Asphalt von Göttingen oder auf den Kunst-Trails von Neumorschen: Die Radsport-Abteilung des TSV Heiligenrode hat einmal mehr bewiesen, dass mit ihr in jedem Terrain zu rechnen ist. Das vereinsinterne Duell zwischen den beiden Andreas' war beste Werbung für den Mountainbikesport – fair, hochklassig und bis zum Schluss spannend. Man darf gespannt sein, auf welchen Strecken die beiden als Nächstes die Reifen glühen lassen!

